Titanic Report

Carpathia, das Rettungsschiff

Carpathia

Carpathia (Zeichnung François Omont)

D er Funkoperator der Carpathia erhielt um 0:15 Uhr das SOS-Telegramm der Titanic, kurz bevor er zu Bett ging. Der Funkverkehr war damals nachts dem Zufall überlassen, was sich nach der Titanic-Katastrophe schon bald ändern sollte. Der Kapitän der Carpathia versprach Hilfe, er war rund vier Stunden von der Titanic entfernt. Er drehte um und fuhr trotz der Eisbergrisiken so schnell wie möglich zur Titanic, gleichzeitig organisierte er sämtliche nötigen Vorbereitungen für die Aufnahme der Passagiere: Rettungsboote, Strickleiter, Rettungstücher, Decken. Drei Ärzte richteten Notaufnahmestellen ein.

Zeugenaussage von Alfred Fernand Omont über seine Rettung:
„Dann warteten wir bis zum Anbruch des Morgens: die Carpathia kam. Wir wurden bestens an Bord der Carpathia behandelt. Jeder, der von der Carpathia gerettet wurde, wird sich immer an die Gesichter des Kapitäns und der Offiziere erinnern.“

Zunächst fand auf der Carpathia eine religiöse Feier für die Überlebenden und Toten statt. Dann wandten Besatzung und Passagiere sich den Schiffsbrüchigen zu, während die Carpathia die Unglücksstelle mit Kurs auf New York verließ.

An Bord der Carpathia versuchten die Überlebenden der Ersten Klasse eine Art Sprechervertretung mit dem Vorsitzenden Samuel Goldenberg einzurichten. Fünfundzwanzig Personen unterschrieben einen eigens dafür abgefassten Pressebericht. Listen der Überlebenden wurden noch an Bord zusammengestellt und weitergefunkt. Die Zeitungen hatten die Namenlisten sofort veröffentlicht, die Namen waren aber oft falsch geschrieben. Im Nu entbrannte ein unglaublicher Wettkampf der Medien um die sensationellen Nachrichten über den Untergang der Titanic.

Zeitung

Auf dem Titelblatt das Foto von A. F. Omont

A uf der Carpathia nutzten die Überlebenden die restliche Fahrzeit zum Zielort New York zum Verfassen von Telegrammen an ihre Familien und Geschäftspartner: so konnte Alfred Fernand Omont seinen Baumwoll-Geschäftspartner benachrichtigen, dass er bald in Savanna sein werde. Des weiteren schickte er Telegramme an seine Familie und an Freunde in Le Havre.

Telegramm

Telegramm von A. F. Omont